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Orientieren wie die Fledermäuse

Orientieren wie die Fledermäuse

Rückersdorf.

Ein besonderer Tag an der Täubertsmühle bei Rückersdorf zieht kleine und große Naturfreunde in seinen Bann. Alle haben viel gelernt über nachtaktive Säugetiere. Von Silvia Dedek

Sie gelten als ein wenig geheimnisvoll, sind nur nachts zu beobachten und obendrein inzwischen recht selten geworden – die Fledermäuse. Grund genug, sie im Rahmen der internationalen Batnight, der Fledermausnacht, ins Zentrum einer Veranstaltung zu stellen und genauere Einblicke ins Leben dieser kleinen Säugetiere zu geben.

Die Initiative Fledermausschutz im Landkreis Elbe-Elster hatte dazu gemeinsam mit dem Förderverein Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft und dem Projekt Plan Birke sowie der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in die Täubertsmühle in die Nähe von Rückersdorf eingeladen. Dadurch wurde die nächtliche Fledermausbeobachtung auch für Familien möglich, die bei Bedarf gleich in dem Schullandheim übernachten konnten. Schon am Nachmittag vor der Fledermausnacht gab es ein vielfältiges Angebot der Kooperationspartner. Diese informierten nicht nur an ihren Ständen, sondern luden alle Altersgruppen zum Mitmachen und Ausprobieren ein.

„Wir beschäftigen uns in unserem Projekt natürlich nicht nur mit der Birke“, erklärt Christoph Ertle, der in der Organisation der gemeinsamen Veranstaltung mit federführend war. „Die Biodiversität ist für uns eine wichtige Aufgabe. Daher freuen wir uns über die Kooperation mit anderen Partnern, wenn wir Tiere und ihren Lebensraum für die interessierten Gäste gemeinsam veranschaulichen können“, sagt er. An seinem Stand gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich der Birke einmal auf ganz andere Art zu nähern, beispielsweise bei einem Blick durch das Mikroskop oder auch durch das Verkosten von Birkenwasser.

Das Team um Katrin Heinrich, die Leiterin des Besucherzentrums des Fördervereins Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft mit Sitz im Doberluger Schloss, hatte es sich zum Ziel gesetzt, zu veranschaulichen, wie es ist, als Fledermaus zu leben. Die Kinder konnten sich an diesem Stand einmal selbst in Fledermäuse „verwandeln“. Die nachtaktiven Säuger orientieren sich bei völliger Dunkelheit durch ihr Echoortungssystem. Dabei stoßen sie Ultraschallwellen aus, die von anderen Objekten oder auch Beutetieren reflektiert werden. Diese Reflexionen werden wiederum von der Fledermaus aufgefangen und ermöglichen nicht nur Orientierung und Ortung, sondern sogar die Bestimmung von Richtung und Geschwindigkeit eines potenziellen Beutetiers.

Eine Vorstellung davon, wie es ist, sich allein durch akustische Signale zu orientieren, gewinnen die Kinder auf dem Hindernisparcours, den sie mit verbundenen Augen absolvieren. Alle Hindernisse sind durch tickende Küchenwecker gekennzeichnet und senden somit akustische Signale aus. Es ist gar nicht so leicht für ungeübte Ohren, sich allein durch solche Signale zurechtzufinden.

Der Höhepunkt ist aber für alle der dann folgende Nachtspaziergang. Aufgrund des erfreulich großen Interesses sind die Naturforscher in mehreren Gruppen unterwegs. Ausgestattet mit Fledermausdetektoren, die die hochfrequenten Signale der Säugetiere einfangen und für das menschliche Ohr hörbar machen, geht es zunächst ein Stück durch das Naturschutzgebiet, wobei die Fledermäuse nicht nur gehört, sondern auch im freien Flug beobachtet werden können.

An einer Station veranschaulicht eine Insektenlampe das vielfältige Beutespektrum der kleinen Flugkünstler. Maik Korreng zeigt dann einige Tiere aus der Nähe. Von den 25 in Deutschland beheimateten Arten konnten durch die Arbeit von Maik Korreng und seinen Helfern bereits 17 im Elbe-Elster-Kreis nachgewiesen werden. An diesem Abend bleiben die Fransenfledermaus, eine kleine Bartfledermaus und sogar die seltene Mopsfledermaus in seinem Netz hängen und können von den Besuchern bestaunt werden. Maik Korreng zeigt und erklärt anatomische Besonderheiten der Flugakrobaten, die allesamt als besonders schützenswert eingestuft werden, da sie als gefährdet oder sogar stark gefährdet gelten.

Dabei kann eigentlich jeder etwas für den Schutz der Fledermäuse tun. Allen voran natürlich Waldbesitzer, indem sie beispielsweise Höhlenbäume oder auch abgestorbene Bäume stehen lassen und den Tieren so Lebens- und Wohnraum bieten. Auch bei der Sanierung oder dem Neubau von Gebäuden kann sich jeder über fledermausfreundliche Möglichkeiten informieren und diese entsprechend umsetzen. Darüber hinaus kann jeder Gartenbesitzer durch sein Anbauverhalten den Schutz der Fledermäuse unterstützen. Blütenreiche Gärten mit nachtblühenden, nektarreichen Pflanzen, wie beispielsweise der Königskerze oder der Wegwarte, bieten Insekten, der Nahrungsgrundlage für Fledermäuse, einen Platz. Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann Fledermauskästen in Bäumen anbringen. Selbst eine insektenfreundliche Balkongestaltung sei schon eine Hilfe für den Schutz der Fledermäuse. Naturschutz fängt also schon zu Hause an.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 19-8-19 von Silvia Dedek

www.lr-online.de/lausitz/finsterwalde/fledermausnacht-an-der-taeubertsmuehle-bei-rueckersdorf_aid-45158407

Kontakt zu sieben Hennen und zwölf Küken geschlüpft

Bad Liebenwerda

Von den im Mai dieses Jahres unter anderem in der Babbener Heide ausgesetzten zehn mit einem Sender versehenen Auerhühnern besteht noch Kontakt zu sieben. Eins ist nachweislich Opfer des Fuchses geworden, die anderen zwei könnten verdriftet sein, vermutet Projektleiter Dr. Alexander Zimmermann. Insgesamt waren im Mai 51 Auerhühner im schwedischen Lappland gefangen worden, jedoch nur zehn wurden bei der Wiederaussiedlung mit einem Sender ausgestattet. Noch eine erfreuliche Botschaft: Aus den mitgebrachten Eiern sind zwölf Küken geschlüpft. Ein mit der Aufzucht von Raufußhühnern erfahrener Züchter aus Vechta (Niedersachsen) päppelt die Jungen nun auf und hat sie dazu einer Auerhuhnhenne anvertraut. Der menschliche Kontakt soll möglichst gering bleiben. Die Jungen sollen nach acht Wochen in den Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft und Niederlausitzer Landrücken ausgewildert werden.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 21.6.17

www.lr-online.de/regionen/elbe-elster/elsterwerda/Kontakt-zu-sieben-Hennen-und-zwoelf-Kueken-geschluepft;art1059,6047139

Dobra lädt ein zu zwei prall gefüllten Naturparkfesttagen

Dobra

Bad Liebenwerdas Ortsteil Dobra ist am Wochenende erstmals Gastgeber für das Naturparkfest des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft. An zwei Tagen präsentiert sich der Ort mit vielen kulturellen Angeboten. Das bunte Programm rankt sich rund um die Auszeichnung der neuen Naturparkgemeinde "Sorno". Diese wird am Sonntag um 14 Uhr auf der Bühne präsentiert und ausgezeichnet. Am Samstag wird ab 11 Uhr zunächst zum Dorf- und Kinderfest eingeladen. Auf dem Programm stehen unter anderem um 14 Uhr die Modenschau mit Tanzeinlagen, um 16 Uhr kommt die Märchenfee zu den Kindern und 17.45 Uhr wird die Nachwuchsband "unit seven" für Unterhaltung sorgen. Ab 20 Uhr bittet dann die Partyband "Dreiländer" zum Tanz. Der Sonntag beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel auf dem Dorfanger, den die Dobraer mit dem Naturparkprojekt "Auszeit am Dorfanger" neu gestaltet haben. Dann geht es Schlag auf Schlag weiter mit Countrymusik von "Papa Joe" (11 Uhr) sowie einem Schautanz vom "Tanzladen". Um 13 Uhr findet die Übergabe des Naturparkprojektes statt. Eine halbe Stunde später sehen die Festbesucher Ochsen im Wettkampf gegen die Dobraer Jugend. Nach der Auszeichnung der Naturparkgemeinde 2017 um 14 Uhr stellt sich der Hundesportverein Röderau vor. Ab 15 Uhr geht es musikalisch weiter mit den "Elstertaler Blasmusikanten" und um 15.30 Uhr werden die Sieger des vom Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft ausgelobten Fotowettbewerbs geehrt. Wie immer können die Besucher des Naturparkfestes über einen Regionalmarkt flanieren, wo sie sich über Alpakas informieren, beim Sense dengeln zuschauen und natürlich Leckeres aus der Region kosten können. Auf die Kinder warten Uhu Ben vom Umweltmobil, die "Forscherwerkstatt ? Klima?, Bastelstände und Fahrten mit Ziegenkutsche oder Ochsenkarren. Die Dorfstraße und der Kirchplatz sind an beiden Tagen für den Verkehr gesperrt. Die Umleitung führt über die Liebenwerdaer Straße und den Maasdorfer Weg.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 23.6.17

www.lr-online.de/regionen/elbe-elster/elsterwerda/Dobra-laedt-ein-zu-zwei-prall-gefuellten-Naturparkfesttagen;art1059,6050538