Auerhuhn-Projekt

Wiederansiedlung des Auerhuhns in der Niederlausitz

Das Auerhuhn (lat. Tetrao urogallus) war einst der Charaktervogel der beerstrauchreichen Kiefernheiden und Traubeneichenwälder in der Lausitz. Im 20. Jahrhundert verschlechterten sich die Lebensbedingungen für die Auerhühner und die Bestände gingen immer weiter zurück. Wichtige Faktoren für den Rückgang waren Braunkohletagebaue und große Truppenübungsplätze, die mitten in die großen Waldgebiete gebaut wurden, sowie die Forstwirtschaft in der DDR, die von Kahlschlägen und kurzen Umtriebszeiten geprägt war. Trotz einiger Schutzbemühungen konnte das lokale Aussterben nicht mehr verhindert werden; die letzte Henne wurde 1998 in der Rochauer Heide gesichtet. Seitdem galt die Art als verschollen. 

Eine kleine Gruppe Engagierter aus Naturschutz, Forst, Jagd und privaten Waldbesitzenden wollte sich nicht damit abfinden, dass das Auerhuhn für immer aus den Lausitzer Wäldern verschwunden sein sollte. Mit der Stillegung der Tagebaue und Truppenübungsplätze waren nach der Wende zwei Gründe für das Aussterben des Auerhuhns weggefallen, und auch in der Forstwirtschaft fand ein Umdenken statt. So schloss man sich in der Arbeitsgruppe „Auerhuhn“ zusammen, um die Bemühungen zur Wiederansiedlung der Art voranzutreiben.

Mehr als 15 Jahre haben die Vorbereitungen dafür in Anspruch genommen, dann war es endlich soweit: In einem dreijährigen Pilotprojekt wurde ab 2012 die Translokation schwedischer Wildvögel durchgeführt sowie das Überleben der Tiere in ausgewählten Waldgebieten in den Naturparken Niederlausitzer Heidelandschaft und Niederlausitzer Landrücken dokumentiert und bewertet. Aufbauend auf die positiven Ergebnisse aus der Pilotphase wird die Wiederansiedlung seit 2017 über verchiedene Anschlussprojekte vorangetrieben, aktuell im Rahmen des Projekts "Erhöhung der Resilienz der Auerhuhnpopulation (Tetrao urogallus) in Brandenburg durch Flächenausdehnung und Förderung der Reproduktion" (2025 - 2028).

Gefördert wird das Projekt durch denEuropäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und das Land Brandenburg. In der Pilotphase erhielt das Projekt außerdem Unterstützung von der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ und von der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. Träger des Projektes ist der Förderverein Naturpark Niederlausitzer Heide Landschaft e.V.; Kooperationspartner sind die Naturparke Niederlausitzer Heidelandschaft und Niederlausitzer Landrücken, der Landesbetrieb Forst Brandenburg, die Deutsche Bundestiftung Umwelt (DBU) in Verbindung mit dem Bundesforstbetrieb Lausitz, engagierte Privatwaldbesitzende sowie die schwedische Bezirksregierung Västerbotten und die Swedish Association for Hunting and Wildlife Management.

2024 fand eine umfassende, externe Evaluierung des Projektes statt, deren Ergebnisse 2026 in der Fachzeitschrift Wildlife Biology veröffentlicht wurden.

 

Artikel zum Auerhuhn im "Wildlife Biology"

https://doi.org/10.1002/wlb3.01532

1. Rundbrief zum Auerhuhnprojekt (Dezember 2017)

2. Rundbrief zum Auerhuhnprojekt (März 2018)

3. Rundbrief zum Auerhuhnprojekt (Dezember 2018)

4. Rundbrief zum Auerhuhnprojekt (September 2019)

5. Rundbrief zum Auerhuhnprojekt (März 2020)

6. Rundbrief zum Auerhuhnprojekt (Dezember 2020)

7. Rundbrief zum Auerhuhnprojekt (Dezember 2021)

8. Rundbrief zum Auerhuhnprojekt (März 2023)

9. Rundbrief zum Auerhuhnprojekt (September 2024)

10. Rundbrief zum Auerhuhnprojekt (Oktober 2026)

Interview mit der Projektmanagerin Marina Röder