Beobachtungstipps

Wandertipp - Besuch der Flussschleifen

Die Kleine Elster durchzieht den Naturpark von Nordost nach Südwest. Elf neu geschaffene (einst alte) Flussschleifen wurden wieder an den Flusslauf angebunden. Jede einzelne davon ist eine Wanderung wert - und das nicht nur einmal. Denn jetzt ändert sich nicht nur ihr Anblick mit den Jahreszeiten. Das Wasser baut sich ständig sein Bett neu. Man kann also bei jedem Besuch etwas Neues entdecken.

Die Flussschleifen der Kleinen Elster sind auch für die unterschiedliche Strömung des Wassers verantwortlich. Um diesen Effekt noch mehr zu verstärken, wurde das Flussbett manchmal enger und manchmal weiter gestaltet. Buhnen, Sand- und Kiesschüttungen wurden eingebaut oder Wurzelstubben in das Flussbett eingefügt. So profitieren von den geschaffenen Rückzugsmöglichkeiten seltene Fischarten wie zum Beispiel Bitterling und Schlammpeitzger.

Besser zu beobachten sind jedoch verschiedene Libellenarten. Die Prachtlibelle ist eine davon. Sie schimmert im Sonnenlicht fast wie ein blauer Edelstein. Die Männchen verteidigen ihr Revier gegen andere Männchen. Dazu spreizen sie ihre Flügel und stellen diese damit deutlich sichtbar zur Schau. Gelegentlich kommt es zu Drohflügen und in seltenen Fällen auch zu Luftkämpfen zwischen rivalisierenden Männchen. Jedes möchte ein optimales Revier erobern. Ein solches hat eine erhöhte Strömung und geeignete Wasserpflanzen, an denen die Weibchen ihre Eier ablegen können. Mit den elf neuen Flussschleifen hat sich somit auch die Qualität der Reviere verbessert und ihre Anzahl erhöht.

Sicherlich haben auch Sie eine der Flussschleifen der Kleinen Elster in Ihrer Nähe. Schauen Sie sich doch dort einmal um, so langsam kommen auch die Libellen zum Vorschein. Vielleicht entdecken Sie schon einige der besonderen Flugkünstler.

Foto: Sebastian Hennigs / Prachtlibelle

Vielfalt in Grün - Weiß - die Birke

Vielfalt in Grün - Weiß - die Birke Birken gehören zu den winterhärtesten Laubbäumen und sind sehr anspruchslos. Als weit verbreitete Pionierbaumart besiedelt sie mit als eine der ersten Waldlücken, Ödland und Brachen. Schon nach sechs Jahren können sie eine Wuchshöhe von bis zu sieben Metern erreichen. Unter ihrem Schutz können Eiche & Co. dann viel leichter, „Fuß fassen“.

Die auffallende weiße Färbung der Rinde ist das markanteste Erkennungsmerkmal des bei uns so weit verbreiteten Laubbaumes. Verantwortlich dafür ist der Stoff Betulin, der in der Rinde enthalten ist. Er schützt den Baum vor Schädlingsbefall, extremen Temperatu-ren und zu starker Sonneneinstrahlung. Zudem macht er die Rinde wasserundurchlässig und sorgt somit dafür, dass die Birke nicht so schnell austrocknet.

Sie ist Lebensraum für viele Tiere. Rund 200 Insektenarten haben sich an diesen speziel-len Baum als Wohnraum und Nahrungsquelle angepasst. Auch viele Vogelarten leben von und mit der Birke: Einige Namen, wie Birkenzeisig und Birkhuhn, weisen darauf hin. Mit verschiedenen Pilzen geht die Birke eine Symbiose ein. So findet man den Birken-Röhrling, den Birken-Reizker und auch den Fliegenpilz oft in der Nähe des Baumes.

Jetzt im Frühjahr erwacht die Birke wieder aus der Winterruhe – und das können Sie hö-ren! Mit den länger werdenden Tagen und steigenden Temperaturen beginnt der Saft, das Birkenwasser, in den Leitungsbahnen des Stammes in Richtung Krone zu schießen. Legen Sie also an einem sonnigen Tag einmal Ihr Ohr an einen Birkenstamm und lauschen Sie dem Glucksen und Rauschen. Falls Sie nichts hören können, kann ein Stethoskop helfen, den Klang der Birken zu erleben.

Foto: Frank Trosien

Die Schlehe kann begeistern

Nicht vier, sondern zehn Jahreszeiten unterscheiden Meteorologen und Gärtner zur Beschreibung der Wachstums- und Entwicklungserscheinungen der Pflanzen. Der von der Haselblüte bestimmte Vorfrühling liegt bereits hinter uns und wir sind mitten im Erstfrühling. In den Gärten blüht die Forsythie, entlang der Feld- und Wiesenwege vor allem die Schlehen. Der stark verzweigte Strauch bildet so viele Blüten, dass man einst von einer „Frühlingsfee im weißen Gewand“ sprach. An der Schlehe, auch Schwarzdorn genannt, kann man wie an der Forsythie sehr gut beobachten, dass der Erstfrühling immer früher einsetzt. Vergleicht man die beiden 30-Jahres-Zeiträume 1951 bis 1980 und 1991 bis 2020, dann hat sich der Beginn des Erst-frühlings von Anfang April in den März hinein verschoben. Die Schlehe zählt zu den wichtigsten Wildsträuchern für Tiere. Im Frühjahr stellen die Schlehenblüten eine wichtige Nektarquelle für zahlreiche Schmetterlingsarten, darunter das Tagpfauenauge, dar. Selbst der seltene Goldglänzende Rosenkäfer knabbert gerne an Blütenblättern und dem Pollen. Außerdem profitieren etwa 20 Wildbienenarten im zei-tigen Frühjahr von der Schlehenblüte. Früher erzählten sich die Leute: Wer die ersten drei Blüten einer Schlehe isst, bleibt das ganze Jahr über vom Fieber verschont. Tatsächlich enthalten auch die Blüten Inhaltsstoffe, die vor Erkältungen schützen und Energie liefern. Der großwachsende Strauch hat aber noch mehr zu bieten. Dicht und dornig, ist er ideal für Vögel, die in Sträuchern brüten. Auffällig ist das Neuntötermännchen mit seinem blau-grauen Kopf und der schwarzen Augenmaske. Es nutzt zusätzlich die Dornen um seine Beutetiere, vorwiegend Insekten, aufzuspießen und unterhält auf diese Weise eine Art Vorratskammer direkt auf Schnabelhöhe. Rund um den Stammfuß der Schlehe geht es wuselig zu. Igel, Mäuse und Fasan finden unter dem wehrhaften Schwarzdorn Deckung. Im Herbst, am besten nach dem ersten Frost, kann man dann die Vitamin C-reichen Früch-te ernten, die noch nicht von den Meisen genascht wurden. Sie können zu schmackhaften Marmeladen, Säften oder Likören verarbeitet werden. Bis dahin vergeht noch viel Zeit. Jetzt sollten Sie jedoch die Schlehe erst einmal als Au-genschmaus genießen. Und wenn Sie beim nächsten Spaziergang ganz dicht an den blühenden Strauch herantreten, dann wird Sie sicherlich auch der zarte Mandelduft der Blüten begeistern.

Moose mögen es feucht

Sie bilden wunderschöne, grüne, dichte Polster oder Teppiche und haben es gern feucht. Dennoch wachsen sie oft auch an den unwirtlichsten und auch trockenen Orten. Sie sehen gar nicht aus wie das, was man sich so unter einer Pflanze vorstellt, die Moose. Für den Klimaschutz und den Wasserhaushalt in der Landschaft spielen sie jedoch eine wichtige Rolle.

Es gibt etwa 16.000 verschiedene bekannte Moosarten. Im Gegensatz zu anderen Pflanzen haben sie keine echten Wurzeln. Sie nehmen das Wasser mit der gesamten Oberfläche auf. Da den Moospflänzchen jedoch die schützende Kutikula (eine wachsartige Schutzschicht) weitgehend fehlt, können sie durch Verdunstung ziemlich schnell austrocknen. Ihre Überlebensstrategie besteht jedoch darin, dass sie in der Trockenzeit ihren Stoffwechsel herunterfahren und somit die Chance haben, bei Regen zu regenerieren. Nur wenn sie gänzlich ausgetrocknet sind, ist dies nicht möglich.

Auch wenn es manchmal so scheint, blühen Moose nicht. Ihre Fortpflanzung ist an das Umgebungswasser (zum Beispiel Regentropfen) gebunden. Darin kann die Samenzelle ein bis zwei Zentimeter bis zur Eizelle schwimmen. Müssen größere Distanzen bewältigt werden, hilft eventuell ein stärkerer Regen, so dass die aufprallenden Regentropfen zurück spritzen und die Keimzellen mitreißen. Ist die Aktion erfolgreich, entwächst dem weiblichen Geschlechtsorgan der Sporophyt. Er wächst auf dem weiblichen Moos und entlässt dann die Sporen, aus denen wiederum männliche oder weibliche Pflänzchen der nächsten geschlechtlichen Generation keimen.

Das, was jetzt im Frühjahr bei vielen Moosen auf einer Art Stengel, manchmal in rot, zu sehen ist, sind diese Sporophyten.

Die Umweltbedingungen geben vor, welches Moos, wo wächst. Manche Moose nutzen den Ammoniak aus Autoabgasen als Nährstoff. Andere binden Schwermetalle oder Feinstaub. Deshalb dienen Moose auch als Bioindikatoren. In diesem Jahr wurde das Sparrige Kranzmoos als Moos des Jahres gewählt. Es kommt relativ häufig vor und kann bis 15 Zentimeter hoch werden. Halten Sie doch beim nächsten Spaziergang mal Ausschau, wieviel unterschiedliche Moosarten Ihnen begegnen.

Für Rückfragen: Cordula Schladitz, Tel.: 035341 615-15 oder Cordula.Schladitz@lfu.brandenburg.de

Kleingewässer im Focus

Teiche, Tümpel und Gräben kommen sofort in den Sinn, wenn von kleinen Gewässern die Rede ist. Doch wer denkt an tiefe Pfützen oder wassergefüllte Wagenspuren als Lebensraum für Insekten, Amphibien und Co? Für viele spezialisierte Arten sind sie lebensnotwendig. Die langanhaltenden Dürreperioden der letzten Jahre haben diese Kleinstlebensräume selten werden lassen und bringen deren Bewohner in Bedrängnis.

Die letzten zwei Jahre haben noch einmal ganz deutlich gezeigt, wie lebensnotwendig Wasser in unserer Landschaft ist. Und es sind nicht nur die großen Seen und Flüsse, die für unsere Natur wichtig sind. Auch kleinste Tümpel und sogar Pfützen, die immer wieder trockenfallen, gehören dazu. Trotz der oft geringen Größe sind sie oft ein artenreicher Lebensraum. Die Sonne erwärmt diese meist sehr flachen Gewässer schnell. Damit sind optimale Voraussetzungen für die Entwicklung von Insektenlarven oder Froschlaich geschaffen. Außerdem gibt es in diesen sehr kleinen Gewässern keine Fische, die sich von Insektenlarven ernähren. Die fehlende Konkurrenz lässt das Leben darin erblühen. Völlig gefahrlos sind Kleinstgewässer für ihre Bewohner nicht. Große Temperaturunterschiede, mit der Zeit abnehmender Sauerstoffgehalt oder gar Austrocknung benötigen schnelle Entwicklungsprozesse, um sich eventuell in ein neues Quartier retten zu können.

Derzeit ist aufgrund der geringen Temperaturen, der noch nicht so stark verdunstenden Pflanzendecke und nach der Schneeschmelze bzw. Niederschlägen im Frühjahr vergleichsweise viel Wasser in der Landschaft sichtbar. Ein kostbares und allzu schnell vergängliches Gut, das Schwalben, sofern der Untergrund lehmig ist, gerne zum Sammeln von Schlamm und damit zum Nestbau verwenden. An heißen Tagen nutzen viele Vogelar-ten Wasserstellen für ausgiebige Bäder und als Tränke.

Betrachten Sie also die Pfützen auf Ihrem Wanderweg einmal unter diesem Aspekt. Kleine Gewässer haben jedenfalls schon zeitig im Jahr viel für den interessierten Naturbeobachter zu bieten. So wie eine Winterfütterung Vögel in den Garten locken kann, genügen im Sommer ein, zwei Eimer Wasser an geschützter Stelle, um ein Stelldichein des Lebens herbeizuführen.

Foto: Cordula Schladitz

Totholz lebt anders weiter

Unsere Wälder leiden. Die letzten trockenen Sommer und die vermehrt auftretenden Stürme haben vielen Bäumen stark zugesetzt. Vielerorts sieht man abgestorbene Äste und entwurzelte Bäume. Kahle Silhouetten ragen in die Luft. Kein Anblick den man gerne sieht. Denn unsere Wälder sorgen nicht nur für den Rohstoff Holz sondern auch für die Bildung von Sauerstoff. Das können abgestorbene Bäume nicht mehr. Aber dort wo es sich um einzelne, vor allem große Bäume handelt, findet der aufmerksame Beobachter hier eine große Artenvielfalt.

Mein Weg führte mich diese Woche, seit langer Zeit wieder einmal, an den alten Torfstich zwischen Bad Liebenwerda und Wahrenbrück. Entlang des Pfades bis zur offenen Wasserfläche hatte sich der Wald vollkommen verändert. Zahlreiche große, alte Pappeln waren abgebrochen, umgestürzt und entwurzelt; ein imposantes Bild. An vielen Bäumen entdeckte ich den Zunderschwamm, einen häufigen vorkommenden Baumpilz. Er besiedelt vor allem geschwächte Bäume und beginnt den Prozess der Holzzersetzung einzuleiten. Am Ende entsteht dann neuer Mutterboden.

Davon dient auch der Zunderschwamm als Nahrung für Insekten. In einer Untersuchung konnten allein 35 Käferarten nachgewiesen werden, die am und im Zunderschwamm vorkommen. Aber auch außerhalb dieses Pilzes findet sich im alten Holz reges Leben. Ameisen, Wildbienen und Nacktschnecken sind nur einige der Bewohner. Und dort wo Insekten sind, finden sich auch Vögel ein.

Schauen Sie sich doch beim nächsten Ausflug die toten Bäume mal genauer an. Sie werden bestimmt so einiges entdecken.

Foto: Cordula Schladitz

Die Kraniche kehren zurück

Beobachtungstipp Frühjahr

Schneller kann ein Jahreszeitenwechsel wohl nicht von statten gehen. Vor kurzem haben wir noch Spuren im Pulverschnee gesucht und jetzt locken frühlingshafte Temperaturen nach draußen. Diesmal empfehlen wir den Blick nach oben zu richten. Da lässt sich so manch ein Vogel entdecken, der eigentlich noch im wärmeren Süden sein sollte. Gestern habe ich doch wirklich einen ganzen Trupp Kraniche vorbeifliegen sehen. Sind das schon die Ersten, die aus dem Süden zurückkommen? Vielleicht waren Sie aber auch gar nicht weg. Sie haben die Energie der Reise gespart und können sich nun als Erste die besten Brutplätze raussuchen. Die immer wärmeren schneearmen Winter machen es möglich. Auch der Rotmilan wurde schon gesichtet. Normalerweise verlässt er unsere Region im Oktober, um dann Ende Februar / Anfang März in sein Brutgebiet zurückzukehren. Es gibt aber einige dieser Vögel, die sich auf Müllkippen oder vom Unfallwild an Straßen, über die kalte Jahreszeit hinweg ernähren.

Diese beiden Arten sind sicher nicht die einzigen Vögel, die von den relativ warmen Wintern der letzten Jahrzehnte profitieren. Vielleicht entdecken Sie Vögel die sonst zu dieser Jahreszeit hier nicht anzutreffen sind. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns davon berichten.

Foto: Sebastian Hennings

Farben in der Natur

Beobachtungstipp Frühjahr

Die letzten warmen Tage haben nicht nur den Schnee schmelzen lassen, sondern um mit Goethe zu sprechen, „… vom Eise befreit sind Strom und Bäche …“. Allerdings fehlte es dem großen Dichter dann an den Farben in der Natur. Ich habe mich deshalb mal auf die Suche nach den aktuellen Farbtupfern begeben; nicht im Garten, sondern dort, wo die Natur weitgehend allein gestaltet. Dabei habe ich so einige Entdeckungen gemacht. Begeben Sie sich doch auch auf Farbsuche. Mein Rundgang führte mich einmal ums Dorf. An der Linde vorm Haus krabbelte es rot. Die Gemeine Feuerwanze genoss die ersten warmen Sonnenstrahlen, und das gleich zu Hunderten. Etwas weiter zeigten sich kleine zart lila blühende Pflanzen. „Gundermann“. Einst von den Germanen als Heilpflanze genutzt, ist sie auch heute mehr als nur ein Unkraut im Garten. Wegen des hohen Vitamin C-Gehaltes wurde die Pflanze früher auch als Soldatenpetersilie bezeichnet. Ergänzen Sie doch mal Ihren Salat mit Gundermann oder geben Sie ein paar Blätter Ihrer Kräuterbutter bei.

Mein Spaziergang ging weiter und da sah ich es rot in den Büschen leuchten. Hagebutten, die Früchte der Hundsrose waren noch am Strauch. Auch Sie sind essbar und haben viele Vitamine. Noch etwas weiter leuchtete es dann gelb. Ein großer Strauch mit gelben Ästen? Also ganz genau hingeschaut. Die gelbe Farbe kam von der gewöhnlichen Gelbflechte. Fast alle Zweige waren bedeckt. Diese Flechte kommt sehr häufig in Europa vor und zeugt von einem relativ hohen Stickstoffeintrag in der Luft. Im Gegensatz zu fast allen anderen Flechten, die Zeugnis für eine gute Luftreinheit sind, ist sie relativ tolerant gegenüber von Luftverschmutzung. Den Strauch, in diesem Fall war es ein Holunder, stört die Gelbflechte jedoch nicht. Ebenfalls gelb leuchtet jetzt auch der Huflattich. Seine Eigenschaft als Hustentee dürfte allgemein bekannt sein. Und dann möchte ich die Gänseblümchen nicht vergessen. Ein kurzer Ausflug und doch eine kleine Farbpalette an Wildpflanzen. Sicherlich gibt es noch viele mehr. Ich werde mich am Wochenende noch einmal auf die Suche begeben. Und Sie – was finden Sie so an Farben in Ihrem Revier?

Foto: Cordula Schladitz

Die Letzten werden die Ersten sein!

Beobachtungstipp Frühjahr

Wenn im Frühjahr die Sonne wieder höher steigt und die Knospen platzen, haben Sie die Chance die erste Libellen zu beobachten – die Winterlibellen. Eigentlich sind es nicht die ersten, sondern die letzten. Sie sind im Juli und August des Vorjahres geschlüpft und haben den Winter irgendwo gut versteckt als Flugform überdauert. Jetzt bereiten sie sich auf die Paarung vor: Ihre Augen nehmen eine strahlend blaue Färbung an und bei den Männchen entsteht zwischen den Flügeln ein blauer Farbfleck. Dieser scheint auf die Weibchen bei der Paarung anziehend zu wirken. Ab April kann man die Libellen aus dem Vorjahr beobachten. Sie bevorzugen vor allem Gewässer deren Ufer mit Röhricht bewachsen sind, wie etwa an Altwassern, Baggerseen und Fischteichen. Ein solcher Frühlingsbote ist der Große Blaupfeil, eine Libelle, die bis zu fünf Zentimeter lang wird. Sie kann man ab Mai beobachten. Wer diese Großlibelle beobachten möchte, findet sie am ehesten an stehenden oder langsam fließenden Gewässern. Bevorzugt werden von ihr größere Gewässer mit Sand- oder Kiesufern, die auch geschützte und sonnige Stellen aufweisen, zum Beispiel Kiesgruben. Die Männchen des Großen Blaupfeils sitzen aber nicht gern auf Pflanzen. Oder sie genießen auf Wegen und auf dem nackten Boden die Frühlingssonne.

„Fliegende Mäuse“

Beobachtungstipp Sommer

In Brandenburg gibt es 18 Arten von Fledermäusen. Davon wurden 15 im Naturpark nachgewiesen. Die Breitflügelfledermaus, das Braune und das Graue Langohr und die Mopsfledermaus sind einige davon. Fledermäuse nutzen die Kleingewässer nicht nur zum Trinken, sondern erbeuten die über der Wasserfläche vorkommenden Insekten. Jedes Jahr finden im Naturpark Zählungen und Artbestimmungen von Fledermäusen statt. Diese jedoch bevorzugt dann, wenn sich die Tiere noch in ihren Winterquartieren aufhalten. Jetzt im Sommer kann man sie meist fliegend in der Abenddämmerung beobachten. Der Küchenteich bei Doberlug ist u.a. so ein bevorzugtes Jagdrevier dieser Tiere. Sollten Sie Fragen zu Fledermäusen haben oder möchten Ihre Beobachtungen mitteilen; wenden Sie sich bitte an den Fledermausexperten Maik Korreng, Tel. 01733671907, e-mail: maikkorreng@aol.com

Foto: Richter - Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

Vorräte für schlechte Zeiten

Beobachtungstipp Herbst

Eichelhäher brüten in lichten strukturreichen Wäldern. Im Sommerhalbjahr bevorzugen sie tierische - und im Winterhalbjahr pflanzliche Kost. Dabei ist er kein Kostverächter. Er nimmt so ziemlich alles, was ihm vor den Schnabel kommt. Seinen Namen verdankt er seiner Lieblingsspeise. Bis zu zehn Eicheln kann er im Kehlsack transportieren - und trägt dazu nicht selten noch eine im Schnabel. Im Herbst legt der Eichelhäher Vorräte an. Eicheln und andere Nussfrüchte versteckt er dann sorgfältig als Wintervorrat im Boden. Nicht alle Verstecke werden von ihm wieder gefunden, so dass viele der Eicheln neu auskeimen können.

Der Eichehäher kann Stimmen anderer Vögel oder Geräusche nachahmen. So zum Beispiel auch das Blöken von Schafen. Markant ist vor allem sein rätschender Alarmruf, den auch alle anderen Vögel um ihn herum zu verstehen scheinen.

Foto: Lars Thielemann

Grau und Weiß

 

Beobachtungstipp Winter

Der Graureiher auch bekannt als Fischreiher, gehört wie der Storch zu den Schreitvögeln. Typisch für ihn ist ein langer, meist gerader, dolchartiger Schnabel, der scharfe Kanten zum Festhalten schlüpfriger Beute besitzt. Der Graureiher erreicht mit seinen bis zu 80cm Körperhöhe fast Storchengröße und verfügt über einen langen Hals, den er im Flug s-förmig trägt. Dies ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zum Storch.   Auch den Silberreiher kann man hier immer häufiger beobachten. Selbst in der dunklen Jahreszeit sind sie aufgrund ihres auffällig weißen Gefieders leicht zu entdecken. Als leuchtende Tupfer schreiten sie langsam durchs flache Wasser oder verharren mit fast waagerecht gehaltenem Körper und steif vorgestrecktem Hals, ehe sie blitzschnell nach ihrer Beute stoßen. Die eleganten Vögel wirken mitunter so exotisch als seien sie aus einem Zoo ausgebüxt. Etwa so groß wie Graureiher, sind sie jedoch schlanker, haben einen besonders langen Hals und erscheinen dadurch noch graziler als ihre grauen Kollegen.   Tipps zur Beobachtung: Wer einen Reiher in seinem natürlichen Umfeld beobachten möchte, macht sich am besten in den Abend- oder Morgenstunden auf die Suche. Zu diesen Zeiten kann man den Vogel beim Fischen an Wiesenbächen, flachen Seeufern oder Fischteichen beobachten. Tagsüber ist das elegante Tier auf den abgeernteten Felder oder Wiesen zu sehen.

Foto: Holger Pietzsch - Naturwacht