Lebensräume

Landschaftliche Vielfalt ist das Markenzeichen des Naturparks. So gibt es im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft das größte Streuobstgebiet Brandenburgs zu entdecken. Diese Landschaft ist keineswegs nur etwas fürs Auge oder für obsthungrige Mägen. Streuobstwiesen sind kleine Naturparadiese, ein idealer Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Spezielle Veranstaltungen wie Blütenfest und Apfeltag präsentieren die Obstbauregion jedes Jahr einem großen Publikum.

Seinen Namen verdankt der Naturpark jedoch den weiten Heideflächen im Naturschutzgebiet „Forsthaus Prösa“. Wer zur Zeit der Heideblüte Ende August, Anfang September das Farbspiel eines bis zum Horizont weiß bis violett blühenden Pflanzenteppichs genießen möchte, muss jedenfalls nicht in die Lüneburger Heide fahren.

In unmittelbarer Nachbarschaft wird es eher nass. Das Lobenmoor stellt sich auf einem etwa 7 km langen Rundweg mit seinen ganz verschiedenen Facetten vor. Der Aussichtsturm gestattet dazu einen Blick in die Kinderstube des Kranichs.

Eine ganz andere Landschaft stellen die Hinterlassenschaften des Braunkohleabbaus dar. Die stillgelegten Gruben, Teiche und Seen haben sich inzwischen zu Naherholungsgebieten oder zu wertvollen Refugien für seltene Tier- und Pflanzenarten entwickelt.

Wald

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, aber der Naturpark wird entscheidend von großen unzerschnittenen Wäldern geprägt. Über 50 Prozent des Gebietes sind Wald. Dominierend ist zwar der Brotbaum der Lausitz, die Kiefer, aber von besonderer Bedeutung sind die Standorte der Traubeneiche im Naturschutzgebiet “Forsthaus Prösa”, die Niederlausitzer Tieflandfichte bei Schadewitz und Gorden sowie der Buchenwald westlich von Doberlug-Kirchhain.

 

 

 

Heide

Im Naturschutzgebiet "Forsthaus Prösa" sind die weiträumigen offenen Flächen größtenteils mit Besenheide bewachsen. Dies ist vor allem dem militärischen Übungsbetrieb von 1960 bis 1988 zu verdanken. Während dieser Zeit rollten hier Kettenfahrzeuge über den karg bewachsenen Sand, in dem nur die typischen Heidepflanzen überlebten. Über 400 Hektar der Offenflächen sind jetzt mit Besenheide und Silbergrasfluren bewachsen. Sie verwandeln sich jedes Jahr im August und September in ein purpurfarbenes Blütenmeer. Durch Schafbeweidung werden diese offen gehalten und bleiben somit auch weiterhin u.a. ein Refugium für Wiedehopf und Ziegenmelker.

Moor

Das Moorgebiet "Der Loben" ist ein Schatzkästchen der besonderen Art. Bis zu zwei Meter mächtige Torfflöze liegen im Zentrum des Gebietes. Verschiedenste Lebensräume bieten Platz für über 300 Pflanzenarten. Alte Sagen berichten von einem Lobenhirten, der auf seiner Flöte spielte, wenn sich ein Fuhrwerk dem Moor näherte. Doch sein Spiel hörten nur die Sonntagskinder, die er damit vor dem Versinken gerettet haben soll. Und dann soll dort einst die "Lobenburg" gestanden haben. Vielleicht finden Sie ein Stück der alten Burg, die einst vom Moor verschlungen worden sein soll.

Streuobstwiesen

Hervorgegangen sind die Streuobstwiesen im Naturpark aus so genannten Obstäckern. Ursprünglich wurde die Fläche zwischen den Obstbäumen ackerbaulich oder gärtnerisch genutzt. Beispielweise zum Erdbeeranbau, der hier erst vor wenigen Jahrzehnten aufgegeben wurde. Jetzt haben u.a. verschiedenste Gräser eine Chance sich im „untersten Stockwerk“ des Lebensraumes - Streuobstwiese zu entwickeln. Streuobstwiesen sind immer etwas Besonderes. Ob während Kirsch- und Apfelblüte oder zur Erntezeit, wenn die Obstbäume schwer beladen ihre Zweige mit knackigen Kirschen, gelben Birnen oder roten Äpfeln dem Wanderer entgegenstrecken. Eine Fahrt durch die Obstwiesenlandschaft im Naturpark ist zu jeder Jahreszeit schön. Das größte Streuobstgebiet in Brandenburg gibt es hier zu entdecken. Dabei ist diese Landschaft nicht nur etwas fürs Auge. Streuobstwiesen sind kleine Naturparadiese, die schmackhaftes und gesundes Obst liefern.

Bergbaufolgelandschaft

Wenn die Bagger aus dem Tagebau verschwinden, hinterlassen sie Ödland und Kippenflächen: ein fast archaisch anmutende Urlandschaft. Doch nur wenig später beginnt auf den Kippen ein spannender Prozess: Die Natur erobert sich langsam aber stetig diesen Raum zurück. Moose und Gräser, die als "Hunger- und Durstexperten" wenig Wasser und Nährstoffe brauchen, kommen als Erste. Schon nach kurzer Zeit siedeln sie sich an, bilden Pflanzeninseln im Sandmeer und werden Trittsteine für weitere Arten. Diese nicht rekultivierten Flächen der ehemaligen Braunkohletagebaue gehören somit zu den Refugien für "Wüstenbewohner" wie Sandohrwurm, Blauflügelige Sandschrecke und Dünen-Sandlaufkäfer. Schutz finden diese "Spezialisten fürs Extreme" unter Steinen; manche Arten graben Gänge in den feinen Sand. Die Vegetarier unter ihnen leben von herangewehten Pflanzenteilen und Samen, die Fleischfresser lauern anderen Insekten auf.