Beobachtungstipps

Die Letzten werden die Ersten sein!

Beobachtungstipp Frühjahr

Wenn im Frühjahr die Sonne wieder höher steigt und die Knospen platzen, haben Sie die Chance die erste Libellen zu beobachten – die Winterlibellen. Eigentlich sind es nicht die ersten, sondern die letzten. Sie sind im Juli und August des Vorjahres geschlüpft und haben den Winter irgendwo gut versteckt als Flugform überdauert. Jetzt bereiten sie sich auf die Paarung vor: Ihre Augen nehmen eine strahlend blaue Färbung an und bei den Männchen entsteht zwischen den Flügeln ein blauer Farbfleck. Dieser scheint auf die Weibchen bei der Paarung anziehend zu wirken. Ab April kann man die Libellen aus dem Vorjahr beobachten. Sie bevorzugen vor allem Gewässer deren Ufer mit Röhricht bewachsen sind, wie etwa an Altwassern, Baggerseen und Fischteichen. Ein solcher Frühlingsbote ist der Große Blaupfeil, eine Libelle, die bis zu fünf Zentimeter lang wird. Sie kann man ab Mai beobachten. Wer diese Großlibelle beobachten möchte, findet sie am ehesten an stehenden oder langsam fließenden Gewässern. Bevorzugt werden von ihr größere Gewässer mit Sand- oder Kiesufern, die auch geschützte und sonnige Stellen aufweisen, zum Beispiel Kiesgruben. Die Männchen des Großen Blaupfeils sitzen aber nicht gern auf Pflanzen. Oder sie genießen auf Wegen und auf dem nackten Boden die Frühlingssonne.

„Fliegende Mäuse“

Beobachtungstipp Sommer

In Brandenburg gibt es 18 Arten von Fledermäusen. Davon wurden 15 im Naturpark nachgewiesen. Die Breitflügelfledermaus, das Braune und das Graue Langohr und die Mopsfledermaus sind einige davon. Fledermäuse nutzen die Kleingewässer nicht nur zum Trinken, sondern erbeuten die über der Wasserfläche vorkommenden Insekten. Jedes Jahr finden im Naturpark Zählungen und Artbestimmungen von Fledermäusen statt. Diese jedoch bevorzugt dann, wenn sich die Tiere noch in ihren Winterquartieren aufhalten. Jetzt im Sommer kann man sie meist fliegend in der Abenddämmerung beobachten. Der Küchenteich bei Doberlug ist u.a. so ein bevorzugtes Jagdrevier dieser Tiere. Sollten Sie Fragen zu Fledermäusen haben oder möchten Ihre Beobachtungen mitteilen; wenden Sie sich bitte an den Fledermausexperten Maik Korreng, Tel. 01733671907, e-mail: maikkorreng@aol.com

Foto: Richter - Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

Vorräte für schlechte Zeiten

Beobachtungstipp Herbst

Eichelhäher brüten in lichten strukturreichen Wäldern. Im Sommerhalbjahr bevorzugen sie tierische - und im Winterhalbjahr pflanzliche Kost. Dabei ist er kein Kostverächter. Er nimmt so ziemlich alles, was ihm vor den Schnabel kommt. Seinen Namen verdankt er seiner Lieblingsspeise. Bis zu zehn Eicheln kann er im Kehlsack transportieren - und trägt dazu nicht selten noch eine im Schnabel. Im Herbst legt der Eichelhäher Vorräte an. Eicheln und andere Nussfrüchte versteckt er dann sorgfältig als Wintervorrat im Boden. Nicht alle Verstecke werden von ihm wieder gefunden, so dass viele der Eicheln neu auskeimen können.

Der Eichehäher kann Stimmen anderer Vögel oder Geräusche nachahmen. So zum Beispiel auch das Blöken von Schafen. Markant ist vor allem sein rätschender Alarmruf, den auch alle anderen Vögel um ihn herum zu verstehen scheinen.

Foto: Lars Thielemann

Grau und Weiß

 

Beobachtungstipp Winter

Der Graureiher auch bekannt als Fischreiher, gehört wie der Storch zu den Schreitvögeln. Typisch für ihn ist ein langer, meist gerader, dolchartiger Schnabel, der scharfe Kanten zum Festhalten schlüpfriger Beute besitzt. Der Graureiher erreicht mit seinen bis zu 80cm Körperhöhe fast Storchengröße und verfügt über einen langen Hals, den er im Flug s-förmig trägt. Dies ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zum Storch.   Auch den Silberreiher kann man hier immer häufiger beobachten. Selbst in der dunklen Jahreszeit sind sie aufgrund ihres auffällig weißen Gefieders leicht zu entdecken. Als leuchtende Tupfer schreiten sie langsam durchs flache Wasser oder verharren mit fast waagerecht gehaltenem Körper und steif vorgestrecktem Hals, ehe sie blitzschnell nach ihrer Beute stoßen. Die eleganten Vögel wirken mitunter so exotisch als seien sie aus einem Zoo ausgebüxt. Etwa so groß wie Graureiher, sind sie jedoch schlanker, haben einen besonders langen Hals und erscheinen dadurch noch graziler als ihre grauen Kollegen.   Tipps zur Beobachtung: Wer einen Reiher in seinem natürlichen Umfeld beobachten möchte, macht sich am besten in den Abend- oder Morgenstunden auf die Suche. Zu diesen Zeiten kann man den Vogel beim Fischen an Wiesenbächen, flachen Seeufern oder Fischteichen beobachten. Tagsüber ist das elegante Tier auf den abgeernteten Felder oder Wiesen zu sehen.

Foto: Holger Pietzsch - Naturwacht