Auerhuhn-Projekt

Projekt zur Etablierung des Auerhuhns in der Niederlausitz - praktische Umsetzung zur Wiederansiedlung der Art in Brandenburg

Das Auerhuhn (lat. Tetrao urogallus) war einst der Charaktervogel der beerstrauchreichen Kiefernheiden und Traubeneichenwälder in der Lausitz. Im 20. Jahrhundert verschlechterten sich die Lebensbedingungen für die Auerhühner und die Bestände gingen immer weiter zurück. Zu spät erkannte man, wie dramatisch die Situation war. Trotz einiger Schutzbemühungen konnte das lokale Aussterben nicht mehr verhindert werden. Die letzte Henne wurde 1998 in der Rochauer Heide gesichtet. Seitdem galt die Art als verschollen.  

Eine kleine Gruppe von engagierten Naturschützern, Förstern, Jägern und privaten Waldbesitzern wollte sich damit nicht abfinden, dass das Auerhuhn für immer aus den Lausitzer Wäldern verschwunden sein sollte. Sie schlossen sich in der Arbeitsgruppe „Auerhuhn“ zusammen, um die Bemühungen zur Wiederansiedlung der Art voranzutreiben. Mehr als 15 Jahre haben die Vorbereitungen dafür in Anspruch genommen.  

Im November 2011 war es endlich soweit – mit der aktiven Umsetzung des Vorhabens konnte begonnen werden. In einem dreijährigen Pilotprojekt wurde ab 2012 die Translokation schwedischer Wildvögel durchgeführt sowie das Überleben der Tiere in ausgewählten Waldgebieten in den Naturparken Niederlausitzer Heidelandschaft und Niederlausitzer Landrücken dokumentiert und bewertet. Aufbauend auf die positiven Ergebnisse aus der Pilotphase läuft ab 2017 ein fünfjähriges Projekt zur dauerhaften Etablierung des Auerhuhns in der Niederlausitz.

Gefördert wird das Projekt durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und das Land Brandenburg. In der Pilotphase erhielt das Projekt außerdem Unterstützung von der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ und von der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. Träger des Projektes ist der Förderverein Naturpark Niederlausitzer Heide Landschaft e.V. Kooperationspartner sind die Naturparke Niederlausitzer Heidelandschaft und Niederlausitzer Landrücken, der Landesbetrieb Forst Brandenburg, die Deutsche Bundestiftung Umwelt (DBU) in Verbindung mit dem Bundesforstbetrieb Lausitz, Lutz Freytag Hanseforst KG, Privatforsten Kleinbahren, Babben und Rehain, sowie die schwedische Bezirksregierung Västerbotten und die Swedish Association for Hunting and Wildlife Management