Totholz lebt anders weiter

Unsere Wälder leiden. Die letzten trockenen Sommer und die vermehrt auftretenden Stürme haben vielen Bäumen stark zugesetzt. Vielerorts sieht man abgestorbene Äste und entwurzelte Bäume. Kahle Silhouetten ragen in die Luft. Kein Anblick den man gerne sieht. Denn unsere Wälder sorgen nicht nur für den Rohstoff Holz sondern auch für die Bildung von Sauerstoff. Das können abgestorbene Bäume nicht mehr. Aber dort wo es sich um einzelne, vor allem große Bäume handelt, findet der aufmerksame Beobachter hier eine große Artenvielfalt.

Mein Weg führte mich diese Woche, seit langer Zeit wieder einmal, an den alten Torfstich zwischen Bad Liebenwerda und Wahrenbrück. Entlang des Pfades bis zur offenen Wasserfläche hatte sich der Wald vollkommen verändert. Zahlreiche große, alte Pappeln waren abgebrochen, umgestürzt und entwurzelt; ein imposantes Bild. An vielen Bäumen entdeckte ich den Zunderschwamm, einen häufigen vorkommenden Baumpilz. Er besiedelt vor allem geschwächte Bäume und beginnt den Prozess der Holzzersetzung einzuleiten. Am Ende entsteht dann neuer Mutterboden.

Davon dient auch der Zunderschwamm als Nahrung für Insekten. In einer Untersuchung konnten allein 35 Käferarten nachgewiesen werden, die am und im Zunderschwamm vorkommen. Aber auch außerhalb dieses Pilzes findet sich im alten Holz reges Leben. Ameisen, Wildbienen und Nacktschnecken sind nur einige der Bewohner. Und dort wo Insekten sind, finden sich auch Vögel ein.

 

Gebiet

  • Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft

Meldung vom 04.03.2021