Moose mögen es feucht

Sie bilden wunderschöne, grüne, dichte Polster oder Teppiche und haben es gern feucht. Dennoch wachsen sie oft auch an den unwirtlichsten und auch trockenen Orten. Sie sehen gar nicht aus wie das, was man sich so unter einer Pflanze vorstellt, die Moose. Für den Klimaschutz und den Wasserhaushalt in der Landschaft spielen sie jedoch eine wichtige Rolle.

Es gibt etwa 16.000 verschiedene bekannte Moosarten. Im Gegensatz zu anderen Pflanzen haben sie keine echten Wurzeln. Sie nehmen das Wasser mit der gesamten Oberfläche auf. Da den Moospflänzchen jedoch die schützende Kutikula (eine wachsartige Schutzschicht) weitgehend fehlt, können sie durch Verdunstung ziemlich schnell austrocknen. Ihre Überlebensstrategie besteht jedoch darin, dass sie in der Trockenzeit ihren Stoffwechsel herunterfahren und somit die Chance haben, bei Regen zu regenerieren. Nur wenn sie gänzlich ausgetrocknet sind, ist dies nicht möglich.

Auch wenn es manchmal so scheint, blühen Moose nicht. Ihre Fortpflanzung ist an das Umgebungswasser (zum Beispiel Regentropfen) gebunden. Darin kann die Samenzelle ein bis zwei Zentimeter bis zur Eizelle schwimmen. Müssen größere Distanzen bewältigt werden, hilft eventuell ein stärkerer Regen, so dass die aufprallenden Regentropfen zurück spritzen und die Keimzellen mitreißen. Ist die Aktion erfolgreich, entwächst dem weiblichen Geschlechtsorgan der Sporophyt. Er wächst auf dem weiblichen Moos und entlässt dann die Sporen, aus denen wiederum männliche oder weibliche Pflänzchen der nächsten geschlechtlichen Generation keimen.

Das, was jetzt im Frühjahr bei vielen Moosen auf einer Art Stengel, manchmal in rot, zu sehen ist, sind diese Sporophyten.

 

Die Umweltbedingungen geben vor, welches Moos, wo wächst. Manche Moose nutzen den Ammoniak aus Autoabgasen als Nährstoff. Andere binden Schwermetalle oder Feinstaub. Deshalb dienen Moose auch als Bioindikatoren.

In diesem Jahr wurde das Sparrige Kranzmoos als Moos des Jahres gewählt. Es kommt relativ häufig vor und kann bis 15 Zentimeter hoch werden.

Halten Sie doch beim nächsten Spaziergang mal Ausschau, wieviel unterschiedliche Moosarten Ihnen begegnen.

 

Für Rückfragen:  Cordula Schladitz, Tel.: 035341 615-15

oder Cordula.Schladitz@lfu.brandenburg.de

Gebiet

  • Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft

Meldung vom 26.03.2021