Fischotter – Wildtier des Jahres 2021

Vor 50 Jahren wurde mit dem Wanderfalken erstmals ein Tier des Jahres gekürt. Der Naturschutzbund in Deutschland wollte damit auf die besondere Gefährdung von Tieren und Lebensräumen aufmerksam machen. Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensräume dazu. Meist sind die gewählten Arten in ihrer Existenz bedroht oder haben eine ganz besondere ökologische Bedeutung. Dies trifft auch auf den Fischotter zu. Er wurde 1999 erstmals zum Tier des Jahres gewählt. Nun steht er erneut im Rampenlicht.

 Der Fischotter gehört zu den größten heimischen Marderarten. Obwohl er in Deutschland kaum natürliche Feinde hat, gingen seine Bestände in der Vergangenheit stark zurück. Grund dafür war eine übermäßige Bejagung. Sein Fleisch war bis ins 19. Jahrhundert Delikatesse und Fastenspeise. Als Fischdieb und wegen seines begehrten Felles wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts jährlich bis zu 10.000 Fischotter erlegt. Bis Ende der 1950er Jahre war der Fischotter in weiten Teilen Deutschlands fast ausgerottet.

Heute haben sich die Bestände erholt. Von den stabilen Populationen in Ostdeutschland ausgehend, erobert er sich nach und nach verlorenen Lebensraum zurück. Dennoch wird der Fischotter in der Roten Liste noch als gefährdet geführt. Aktuell ist es der Straßenverkehr, der zu hohen Verlusten führt. Der Fischotter vermeidet es, unter Brücken hindurch zu schwimmen. Stattdessen verlässt er das Wasser und läuft am trockenen Ufer entlang. Gibt es keinen ausreichend breiten Uferstreifen unter der Brücke, überquert er die Straße „zu Fuß“, was zur tödlichen Falle werden kann. Auch Fischernetze und Reusen, verbaute und kanalisierte Gewässer, trocken gelegte Feuchtgebiete und die Vernichtung von Uferrandzonen gefährden ihn weiterhin.

Im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft ist der Fischotter heute wieder flächendeckend vertreten. Zu Gesicht bekommt man ihn nur selten. Er ist scheu und hauptsächlich dämmerungsaktiv. Aber wer aufmerksam unterwegs ist, kann seine Spuren erkennen. Unverdaute Fischschuppen und Gräten im Kot markieren sein Revier. Seine überraschend angenehm nach Honig und Jasmin riechenden Hinterlassenschaften finden sich besonders unter Brücken mit trockenem Ufer. An Brücken ohne „trockene“ Querung finden sich dann die typischen Ein- und Ausstiege, die auch gern vom Biber genutzt werden. Hier findet man im Schlamm oft die fünfzehigen Otterspuren.

Gebiet

  • Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft

Meldung vom 19.03.2021