Mittellauf der Schwarzen Elster

Wie ein Netz lebensspendender Adern durchziehen Flüsse und Bäche die Landschaft. Sie verbinden nicht nur Dörfer und Städte, sondern auch weit voneinander entfernte Lebensräume. Darüber hinaus stellen naturnahe Wasserläufe wertvolle und artenreiche Ökosysteme dar, die aber durch Flussbegradigung und Wasserverschmutzung stark gefährdet sind. Daher liegt ein Schwerpunkt des europäischen Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 auf Flüssen und Bächen. Auch im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaften macht sich dies bemerkbar: Am südlichen und westlichen Rand des Naturparks von Plessa bis Uebigau-Wahrenbrück verläuft die im Lausitzer Bergland entspringende Schwarze Elster, die von einem großen Flora-Fauna-Habitat-Gebiet gesäumt wird.

Die Schwarze Elster selbst stellt mit ihrer flutenden Unterwasservegetation (Lebensraumtyp 3260) trotz der starken Verbauung abschnittsweise einen wertvollen Lebensraum dar, an den sich auf Deichvorland und Deichkrone schützenswerte feuchte Hochstaudenfluren (LRT 6430), Brenndolden-Auenwiesen (LRT 6440) und magere Flachland-Mähwiesen (LRT 6510) anschließen. Diese Wiesen benötigen eine kontinuierliche Bewirtschaftung, beispielsweise eine Beweidung mit Schafen und Ziegen, die im Rahmen des Hochwasserschutzes gewährleistet wird. Hier kommen nicht nur viele verschiedene Pflanzenarten vor, sondern auch seltene Schmetterlinge wie der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, der sich in seiner Jugend von Ameisen füttern und pflegen lässt. Vereinzelt finden sich an der Schwarzen Elster auch Weichholzauen (LRT 91E0) und Altarme (LRT 3150). Obwohl diese vom natürlichen Überflutungsregime abgeschnitten sind, bieten sie gefährdeten Arten wie Biber und Fischotter Lebensraum.

Neben der Schwarzen Elster selbst stehen auch viele ihrer Zuflüsse als FFH-Gebiete unter Schutz, beispielsweise die Rieke, die Pulsnitz, die Kleine und die Große Röder. Darüber hinaus gehört auch das nahegelegene NSG „Kleine Wiesen – An den Horsten bei Kahla“ zum FFH-Gebiet "Mittellauf der Schwarzen Elster". Die hier vorkommenden, außergewöhnlich artenreichen Pfeifengraswiesen (LRT 6410) werden seit mehreren Jahren im Rahmen des Vertragsnaturschutzes nach naturschutzfachlichen Kriterien bewirtschaftet. Das zahlt sich aus - im Frühjahr blühen hier mehrere tausend Orchideen. Alle Maßnahmen, die der Erhaltung wertvoller Lebensraumtypen und Arten entlang der Schwarzen Elster dienen, wurden von 2009 bis 2013 in einem FFH-Managementplan zusammengetragen, der auf der Internetseite des Landesamtes für Umwelt Brandenburg einsehbar ist.

Steckbriefe des Bundesamtes für Naturschutz: FFH-Gebiete "Mittellauf der Schwarzen Elster", "Mittellauf der Schwarzen Elster Ergänzung", "Alte Elster und Rieke", "Kleine Röder", "Große Röder" und "Pulsnitz und Niederungsbereiche"

Adresse

04910 Elsterwerda

Gebiet

  • Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft

Kategorien

  • FFH-Gebiet