Alte Röder bei Prieschka

Früher veränderte sich der Verlauf von Flüssen und Bächen im Tiefland regelmäßig. Es bildeten sich Altarme, die langsam verlandeten und von regelmäßig überfluteten Auenwäldern und Wiesen gesäumt wurden - ein spannendes und ausgesprochen artenreiches Ökosystem. Im Verlauf der letzten zweihundert Jahre wurde diese Dynamik durch Begradigung und Hochwasserschutz weitgehend unterbunden. Im 78 Hektar großen Naturschutz- und FFH-Gebiet „Alte Röder bei Prieschka“ zwischen Bad Liebenwerda und Elsterwerda ist aber zumindest ein besonders gut ausgebildeter Altarm, der ehemalige Unterlauf der Röder kurz vor ihrer Einmündung in die Schwarze Elster, auf über zwei Kilometern Länge erhalten geblieben. Das Gewässer selbst stellt einen wertvollen Lebensraum dar. Hier brüten Eisvogel und Beutelmeise, finden Biber, Fischotter und seltene Fischarten wie Bitterling und Schlammpeitzger ein Zuhause. In unmittelbarer Nähe des Altarms finden sich nährstoffreiche und gelegentlich nasse Brenndolden-Auenwiesen, die eine reiche Insektenfauna beherbergen. Auf den etwas höher gelegenen Bereichen stehen bodensaure Eichenwälder.

Gut erreichbar ist insbesondere der „Gänsewinkel“ bei Prieschka, der nicht nur ein beliebtes Angelgewässer ist, sondern und auch einige botanische Raritäten aufweist. Zwischen 2009 und 2011 wurde für das FFH-Gebiet „Alte Röder bei Prieschka“ ein Managementplan erstellt, der die Richtung für die Sicherung und weitere Entwicklung dieses Kleinods vorgibt. Seit Juni 2017 gehört die "Alte Röder bei Prieschka" zum jetzt erweiterten FFH-Gebiet "Mittellauf der Schwarzen Elster".

Steckbrief des Bundesamtes für Naturschutz

Adresse

04924 Prieschka

Gebiet

  • Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft

Kategorien

  • FFH-Gebiet