Vogelschutzgebiete

Die europäischen Vogelschutzgebiete bilden gemeinsam mit den Flora-Fauna-Habitat-Gebieten das Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000. Sie gehen auf die Vogelschutzrichtlinie der EU von 1972 zurück. Generell stehen in Europa alle Vögel unter Schutz, wobei in den Vogelschutzgebieten außerdem besondere Maßnahmen ergriffen werden, um den Erhalt stark gefährdeter und sensibler Vogelarten zu gewährleisten. Dies beinhaltet auch den Schutz der entsprechenden Lebensräume. Dabei werden nicht nur die regionalen Brutvögel berücksichtigt, auch Durchzieher und Wintergäste werden in die Überlegungen mit einbezogen.

 

 

1. Vogelschutzgebiet "Niederlausitzer Heide"

Auerhuhn im Kiefern-Traubeneichenwald
Das Auerhuhn benötigt ausgedehnte und störungsarme Wälder. (Photo: Sebastian Hennigs)

Das Vogelschutzgebiet Niederlausitzer Heide besteht aus 4 Teilgebieten mit einer Gesamtfläche von insgesamt 16.600 Hektar. Zwei dieser Teilgebiete, die Liebenwerdaer Heide und das Waldgebiet Weißhaus, liegen im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Das Vogelschutzgebiet zeichnet sich durch weite, unzerschnittene Waldgebiete aus, in die mehrere große Heideflächen eingebettet sind. Im Bereich des Lobens finden sich darüber hinaus ausgedehnte Moorlandschaften.

Dementsprechend dient das Vogelschutzgebiet Niederlausitzer Heide einerseits dem Schutz der auf den Heideflächen vorkommenden Offenlandarten wie Brachpieper, Braunkehlchen, Heidelerche, Neuntöter, Ortolan und Ziegenmelker. Andererseits werden auch die überregional bedeutenden Populationen waldbewohnender Vogelarten wie Auerhuhn, Hohltaube, Mittelspecht, Rauhfußkauz, Schwarzspecht und Sperlingskauz geschützt. Für das Auerhuhn läuft seit 2011 ein sehr erfolgreiches Wiederansiedlungsprojekt, dessen Ziel es ist, diesen in der Niederlausitze einst weit verbreiteten Charaktervogel durch die Aussetzung schwedischer Tiere wieder in der Region zu etablieren.

Steckbrief des Bundesamtes für Naturschutz

2. Vogelschutzgebiet "Lausitzer Bergbaufolgelandschaft"

Wiedehopf im Flug (Photo: Stefan Röhrscheid)
Der Wiedehopf hat im Vogelschutzgebiet Lausitzer Bergbaufolgelandschaft eine neue Heimat gefunden. (Photo: Stefan Röhrscheid)

Das Vogelschutzgebiet Lausitzer Bergbaufolgelandschaft umfasst 4 Teilflächen mit einer Gesamtfläche von etwa 6000 Hektar. Eine dieser Teilflächen, die Bergbaufolgelandschaft Grünhaus, liegt teilweise im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft und ist auch als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Aufgrund der instabilen geologischen Situation sind große Teile des Gebiets gesperrt und können derzeit nur im Rahmen geführter Touren betreten werden. Erst nach Abschluss der Bergbausanierung wird dieses Gebiet für die Öffentlichkeit zugänglich werden. 2000 Hektar der Bergbaufolgelandschaft Grünhaus sind im Besitz des NABU, wodurch eine ungestörte Entwicklung dieses Naturparadieses langfristig gewährleistet wird.

Hier kommen viele Vögel des Offenlandes vor, z. B. Brachpieper, Braunkehlchen, Heidelerche, Neuntöter, Ortolan, Raubwürger, Wiedehopf und Ziegenmelker. Die ausgedehnten Wasserflächen bieten außerdem an aquatische Lebensräume gebundenen Arten wie Rohrweihe, Teichrohrsänger und Uferschwalbe günstige Lebensbedingungen. Im Herbst wird das Vogelschutzgebiet darüber hinaus als bedeutender Vogelrastplatz von tausenden Kranichen, Bläss- und Saatgänsen genutzt.

Steckbrief des Bundesamtes für Naturschutz